Dienstag, 20. März 2018

Der seltsame Fall des NFL Vertrags



Irgendwann anfangs bis Mitte März eines jeden Jahres heisst es für die NFL "Happy New Year!". Es ist der Zeitpunkt, dieses Jahr war es der 14. März um 21:00 MEZ, an dem offiziell das neue Ligajahr beginnt.


Damit einhergehend werden alle Spieler mit auslaufenden Verträgen auf einen Schlag arbeitslos und die sogenannten Free Agents dürfen von allen Teams umworben werden. Gelockt werden die freien Agenten mit guten Erfolgsaussichten, Verbindungen zu Trainern und Spielern aber natürlich in erster Linie mit lukrativen finanziellen Angeboten.

Diese für Normalsterbliche, wie wir es sind, absurd hohen Summen und Vertragszahlen fliegen uns nur so um die Ohren, dass es einem schwindlig werden kann. "Free Agency Frenzy" (Frenzy = Rausch, Rage, Ekstase) wird die erste Phase passend genannt. In diesen hektischen paar Tagen kann man schnell den Überblick verlieren und wenn es darum geht diesen zu wahren, helfen die auf Klicks und Likes ausgerichteten Medien und FB-Accounts in der Regel auch nicht weiter.


Erste Zahlen werden ohne diese zu hinterfragen übernommen. Theoretisch sind sie meistens auch korrekt, denn dabei handelt es sich jeweils um den maximalen Wert eines Vertrags. Das führt zu spektakulären Schlagzeilen und emotionalen Reaktionen, wie doof ein Team sei und Spieler X so viel geben könne oder Spieler Y viel zu wenig angeboten habe.

Diese Maximalbeträge sind jedoch nicht einmal die halbe Wahrheit, sondern knapp mehr als ein Drittel, genau genommen 34% der Wahrheit. Mit NFL Verträgen verhält es sich ähnlich wie bei Benjamin Button: Die Gehälter werden nicht grösser, das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Zeit vergeht und je mehr Vertragsdetails bekannt werden, desto kleiner werden die Zahlen.

Das liegt daran, dass NFL Verträge nur teilweise garantiert sind. Ist anfangs nur der Maximalwert bekannt, erfährt man immer wie mehr Details: Wie viel des Gehalts ist "garantiert" und wie viel des garantierten Anteils landet bei Vertragsunterschrift auf jeden Fall auf dem Konto des Arbeitnehmers.


Garantiert bedeutet nicht vollständig garantiert. Klingt komisch, ist aber so. Die garantierte Summe verteilt sich in den meisten Fällen auf mehrere Jahre. Das Gehalt in einem späteren Jahr ist aber erst dann garantiert, wenn der Spieler zu diesem Zeitpunkt noch im Kader steht. Eine Garantie heisst somit keineswegs, dass der Spieler die bestimmte Summe in zwei Jahren auch erhält, bis dahin kann vieles passieren.

Deshalb sieht man kurz vor Beginn des neuen Ligajahres auch so viele Cuts (Entlassungen), restrukturierte Verträge und/oder Einigungen über Gehaltskürzungen. Die Teams sitzen am deutlich längeren Hebel.

Zu 100% sicher ist lediglich der zum Zeitpunkt der Unterschrift ("Guaranteed at Signing") festgelegte Betrag, den der Spieler selbst dann erhält, wenn das Team ihn am nächsten Tag entlässt. Das ist meist das Grundgehalt (Base Salary) des ersten Vertragsjahres und der Unterschriftsbonus (Signing Bonus).


Dazu eine Statistik von Spotrac. Eine Webseite, die sich mit Sportverträgen, Salary Cap und weiteren finanziellen Aspekten diverser Profiligen befasst. Diese kommt nach Analyse aller mit Free Agents abgeschlossenen Verträgen zu folgendem Ergebnis: Über die letzten drei Jahre waren bei Vertragsunterschrift nur 34% des Lohns vollständig garantiert.

Ein Beispiel gefällig? CB Richard Sherman. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Der etwas in die Jahre gekommene Superstar, der gerade erst zwei Achillessehnen-Operationen über sich ergehen lassen musste, erhält von den San Francisco 49ers einen Vertrag für sagenhafte 28 Millionen US Dollar! Wie krass! Wow! Fantstisch! Überbezahlt! Dumm!

Schnell stellte sich heraus, dass es sich in Tat und Wahrheit um einen Einjahresvertrag handelt. Die San Francisco 49ers können ihn nach dieser Saison ohne gravierende Langzeitfolgen für den Salary Cap entlassen, wenn sie mit Shermans Leistung oder Verhalten unzufrieden sind. Lediglich sieben Millionen des Vertrags sind garantiert. Bei Vertragsunterschrift sind es sogar nur drei Millionen.


Wenn also wiedermal Breaking News über einen hochdotierten Vertrag auf eurem Bildschirm landen, nehmt diese mit dem Wissen im Hinterkopf zur Kenntnis, dass es sich um den praktisch nie eintretenden, absoluten Optimalfall handelt. Zugesichert und vollständig Garantiert wird es markant weniger sein.

Hinter NFL Verträgen steckt immer mehr. Und immer auch Wege, wie Teams ihre Spieler aus dem Vertrag entlassen können, ohne dass sie auch nur ansatzweise das Maximalgehalt bezahlen müssen.


Wobei dies seit Kurzem auch nicht mehr gänzlich stimmt. QB Kirk Cousins hat letzte Woche als erster Spieler überhaupt einen komplett garantierten Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Er erhält für seine Dienste ohne Wenn und Aber 84 Millionen US Dollar.

Damit ist er eine Art Wegbereiter für Quarterback Berufskollegen. Sehr wahrscheinlich nur für sie. Aufgrund ihrer Wichtigkeit ist es durchaus denkbar, dass wir vermehrt solche Beträge zu sehen bekommen. Aaron Rodgers und Matt Ryan, die als nächste grosse Quarterback-Namen neue Verträge erhalten, werden sich bestimmt nicht über den Deal von Cousins mit den Minnesota Vikings aufgeregt haben...

Montag, 12. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - TIGHT END


Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Jermaine Gresham / Cap '18: $7'218'750 / Vertrag bis 2021 (UFA)
Gabe Holmes / $630'000 / 2019 (RFA)
Ricky Seals-Jones / $550'000 / 2019 (ERFA)
Troy Niklas / Unrestricted Free Agent
Ifeani Momah / Exclusive Rights Free Agent
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Im System von Bruce Arians wurde bei den Tight Ends mehr Wert auf ihre Stärken als Blocker gelegt. Anders als die grössten Namen wie zum Beispiel Rob Gronkowski oder Travis Kelce kam ihnen im Passpiel der Cardinals eine untergeordnete Rolle zu. Inwiefern sich das unter Steve Wilks und Mike McCoy ändern wird, bleibt abzuwarten.
Als letzte Offseason die Vertragsverlängerung für Jermaine Gresham bekannt wurde, fragten sich viele, mich inklusive, womit er einen neuen 4-Jahresvertrag mit derart hohem Gehalt (~$7M/y) verdient hatte. Eine berechtigte Frage, die ich auch jetzt noch nicht zufriedenstellend beantworten kann. Definitiv einer der fragwürdigeren Moves von Steve Keim.
Jermaine Gresham ist nicht schlecht aber eben auch nicht gut und dazu kassiert er zu viele Strafen, auch Personal Fouls, was eigentlich ein No-Go ist. Obendrein hat er sich im letzten Spiel noch die Achillessehne gerissen und wird anfangs 2018 wahrscheinlich noch nicht einsatzfähig sein. Sein Vertrag ist so gestaltet, dass sein Cap Hit ($7.2M) kleiner ist als wenn man ihn entlassen würde (Dead Cap $9.3M). Eine Restrukturierung des Vertrags wäre definitiv angebracht und ich gehe davon aus, dass die Cardinals eine solche auch anstreben werden, ob Jermaine Gresham darauf eingeht ist dann eine andere Frage.
Ricky Seals-Jones tauchte letzte Saison aus dem Nichts auf und machte ein paar gute Spiele, in welchen er sein grosses Potential zur Schau stellte. Er hat noch wenig Erfahrung und muss noch viel an sich arbeiten. Aber wenn er den eingeschlagenen Weg so weiter geht, ist er definitiv ein Verpsrechen für die Zukunft.
Ehemaliger 2nd Round Pick Troy Niklas konnte den Erwartungen nie gerecht werden. Er war viel zu oft verletzt und auch als er gesund war, liessen seine Leistungen zu wünschen übrig. Hie und da mal ein gutes Play und dann wieder abtauchen ist definitiv zu wenig. Die Wege werden sich wahrscheinlich trennen.
Selbes gilt auch für Ifeani Momah, der ähnlich wie Niklas immer wieder andeutete, zu was er fähig sein könnte, aber dann wieder von der Bildfläche verschwand. Auch bei ihm zu oft aufgrund von Verletzungen. Dass die Cardinals ihm als ERFA kein Angebot unterbreitet haben, lässt darauf schliessen, dass sie an einer weiteren Zusammenarbeit kein grosses Interesse haben.
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Notable Free Agents
Jimmy Graham (SEA)
Trey Burton (PHI)
Austin Seferian-Jenkins (NYJ)
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http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/tight-end/
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Die Cardinals haben auf jeden Fall Bedarf auf der Tight End Position und auf dem Free Agent Markt gäbe es einige interessante Optionen. Die bekanntesten Namen sind eher Passempfänger als Blocker, auf welche die Cardinals bisher keinen grossen Wert legten. Wird sich das nun ändern? Offensive Coordinator Mike McCoy hat auch schon erfolgreich mit Receiving Tight Ends gearbeitet aber seine Offensive basiert nicht darauf. Head Coach Wilks liess durchblicken, dass er nicht auf reine Passempfänger auf der Tight End Position steht.
Wir glauben nicht, dass die Cardinals einen der, wegen ihrer Receiving Sklills, bekannteren Tight Ends verpflichten wollen. Aus finanziellen sowie aus philosophischen Gründen. Trotzdem muss zumindest für Tiefe im Kader gesorgt werden, dies wird entweder mit "Budget-Lösungen" in der Free Agency oder danach im Draft in den späteren Runden geschehen.
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Seid ihr mit unseren Ansichten und Prognosen einverstanden? Wo seid ihr anderer Meinung und was wünscht ihr euch für diese Position im Hinblick auf die Free Agency?
Alle anderen Positionen folgen verteilt über die nächsten Tage und Wochen bis hin zum Start der Free Agency...

Freitag, 9. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - TACKLE



Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Jared Veldheer / Cap '18: $10'156'250 / Vertrag bis 2019 (UFA)
D.J. Humphries / $2'835'672 / 2019 oder 2020 (UFA)
Will Holden / $622'032 / 2021 (UFA)
Earl Watford / Unrestricted Free Agent
Khalif Barnes / Unrestricted Free Agent
John Wetzel / Exclusive Rights Free Agent
Vinston Painter / Exclusive Rights Free Agent
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Eine gut eingespielte und als Einheit funktionierende Offensive Line ist essentiell für eine funktionierende Offense. Ohne zumindest passable O-Line gerät jedes Team in Schwierigkeiten. Da helfen dann auch die besten Running Backs, Receiver und ein guter Quarterback wenig. Das mussten wir über die letzten Jahre am eigenen Leib erleben.
Die Sätze aus dem Guard Preview zu Mike Iupati können praktisch 1 zu 1 übernommen und auf Jared Veldheer angewendet werden. Damals eine klare Verstärkung aber mittlerweile von Verletzungen geplagt, wodurch er nicht mehr an seine starken Leistungen anknüpfen kann. Entweder spielt er merklich angeschlagen oder fehlt komplett. Dazu machten letzten Sommer Gerüchte die Runde, dass er zurücktreten möchte. Das hat er aber verneint und auch nach der vergangenen Saison behauptet, dass er 2018 unbedingt spielen will.
Deshalb gehen viele davon aus - so auch wir - dass die Cardinals ihn um eine Modifikation seines Vertrags bitten werden. Die Frage ist dann, ob Jared Veldheer auf die Forderungen der Cardinals eingeht. Ist er gewillt seinen Vertrag anzupassen wird man bestimmt eine Lösung finden. Kommt man nicht auf einen gemeinsamen Nenner wird man Jared Veldheer vermutlich entlassen. Dies würde knapp $7M an zusätzlichem Cap Space schaffen.
D.J. Humphries geht nun in seine dritte NFL Saison. Nachdem er seine Rookie Saison nicht zum Einsatz kam überzeugte er die Coaches so sehr, dass sie ihm die Left Tackle Position anvertrauten.
Leider verletzte er sich bereits im ersten Viertel des Auftaktspiels in Detroit als ein Spieler unglücklich in seine Beine rollte. Nach einer Verletzungspause kam er zwar nochmals zu Einsätzen, brachte es aber nur auf fünf Spiele. Wenn er auf dem Feld stand, machte er einen guten Eindruck und LT dürfte momentan die einzige von fünf Positionen sein, die schon fest vergeben ist. Wir hoffen auf eine verletzungsfreie Saison für DJ Humphries und die restliche O-Line und dass für einmal nicht (gefühlt) alle Starter auf Injured Reserves landen.
Will Holden ist ein Back-Up, nicht mehr und nicht weniger. Aber auch diese braucht es in einem NFL Team und aufgrund seines preiswerten Rookie-Vertrags hat er vorläufig einen Platz im Kader auf sicher. Bei allen restlichen Spielern darf zumindest bezweifelt werden, ob wir sie jemals wieder in Cardinals Uniform sehen (müssen).
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Notable Free Agents
Nate Solder (NE)
Greg Robinson (DET)
Chris Hairston (LAC)
...
http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/tackle/
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Dass die Cardinals in ihre Offensive Line investieren müssen steht ausser Frage. In welcher Form das geschehen wird, kann man momentan noch nicht sagen. Vieles hängt davon ab wie es mit Jared Veldheer weiter geht und was sich auf den anderen Positionen der Offensive Line tut.
Vielversprechend ist der Fakt, dass Steve Wilks den O-Line Coach aus Carolina mitbringen konnte. Ray Brown wird Ligaweit sehr geschätzt und ist besonders für seine Trainerarbeit mit weniger begehrten Rookies und UDFA's bekannt.
Was aber genau seine Pläne sind können wir nur schwer einschätzen. Abwarten und Tee trinken ist angesagt und der Umstand, dass er ein richtig guter Coach sein soll beruhigt uns immerhin ein wenig. Wir sind gespannt.
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Seid ihr mit unseren Ansichten und Prognosen einverstanden? Wo seid ihr anderer Meinung und was wünscht ihr euch für diese Position im Hinblick auf die Free Agency?
Alle anderen Positionen folgen verteilt über die nächsten Tage und Wochen bis hin zum Start der Free Agency...

Donnerstag, 8. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - DEFENSIVE LINE


Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Josh Mauro / Cap '18: $3'300'000 / Vertrag bis 2019 (UFA)
Corey Peters / $2'546'875 / 2021 (UFA)
Robert Nkemdiche / $2'345'618 / 2021 (UFA)
Rodney Gunter / $832'480 / 2019 (UFA)
Peli Anau / $480'000 / 2019 (ERFA)
Praise Martin-Oguike / $480'000 / 2019 (ERFA)
Pasoni Tasini / $480'000 / 2019 (ERFA)
Frostee Rucker / Unrestricted Free Agent
Olsen Pierre / Exclusive Rights Free Agent
Xavier Williams / Restricted Free Agent
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Als die Cardinals letzte Offseason Calais Campbell mehr oder weniger freiwillig weiterziehen lassen mussten, befürchteten viele dieser Verlust würde sich deutlich bemerkbar machen.
Ein Jahr später kann man sagen, die Trennung hat sich für beide Seiten ausbezahlt. Calais Campbell war endlich "frei" und legte im für Defensive Ends vorteilhaften System der Jaguars eine klasse Saison hin. Obendrein spülte der neue Vertrag noch ordentlich Cash in seine Taschen.
Geld, das den Cardinals in ihrer aktuellen Situation definitiv fehlen würde. Aber nicht nur aus finanziellem Aspekt trafen Keim und Co. letzte Offseason die richtige Entscheidung. Auch auf dem Feld konnte der Verlust aufgefangen werden. Ab und an hätte man sich etwas mehr "Interior Pressure" gewünscht aber einen registrierbaren Leistungsabfall der Defensive Line und der Front Seven konnte man nicht verzeichnen. In einigen Kategorien verbesserte man sich sogar, so beendete die Rushing Defense letzte Saison auf Rang 6 (89,6 YDS/G), während es 2016 noch Rang 9 (94,9 YDS/G) war.
Diese Leistung gelang den Cardinals ohne grosse Namen und Stars. Der gestandene Veteran Frostee Rucker schlüpfte noch mehr als zuvor in eine Führungsrolle und gab den Ton an. Ihm würden die Cardinals sehr gerne einen neuen Vertrag für 2018 geben.
Wie viele andere Teams setzten die Cardinals vergangene Saison auf ein Rotationssystem. Dieses soll dafür sorgen, dass den Athleten in Spielen und über die Saison genügend Pausen gegeben werden können und sie so fit und leistungsstark bleiben. In diesem kamen gemessen nach Defensive Snaps hauptsächlich Frostee Rucker (57,2%) und Corey Peters (42,6%) zum Einsatz. Danach folgten Olsen Pierre (33,1%), Josh Mauro (31,5%), Rodney Gunter (27,5%), Robert Nkemdiche (23,9%) und Xavier Williams (23,5%).
Für den bisher entäschenden First Round Pick Robert Nkemdiche bietet der Trainerwechsel eine neue, letzte Chance bei den Cardinals. Er kam bisher noch nichtmal in die Nähe dessen, was man sich von ihm versprochen hatte. Steve Wilks sagte auf Nkemdiche angesprochen, jeder Spieler fange bei ihm bei null an. Wir hoffen natürlich, dass Nkemdiche diese Chance nutzen kann.
***Mit der Verpflichtung von Steve Wilks und Co. könnte auch ein Systemwechsel von 3-4 auf 4-3 Base Defense einhergehen. Noch gibt es dazu aber keine definitiven Informationen. Würde man auf eine 4-3 Defense wechseln, wären Jones und Golden beispielsweise keine OLB mehr, sondern Defensive Ends. Mit den vielen Sub-Packages, die heutzutage gespielt werden ist das aber sowieso nicht mehr so relevant und wir behandeln alle Spieler grundsätzlich einfach mal auf ihrer Position von letztem Jahr.***
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Notable Free Agents
Muhammad Wilkerson (NYJ)
Dontari Poe (KC)
Star Lotulelei (CAR)
Sheldon Richardson (SEA)
Haloti Ngata (DET)
Adrian Clayborn (ATL)
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http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/all/defensive-line/
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Die Cardinals werden in erster Linie versuchen, die gute und zugleich preiswerte Truppe der Vorsaison zusammen zu halten. Dazu müsste man Frostee Rucker (UFA), Olsen Pierre (ERFA) und Xavier Williams (RFA) re-signen.
Ein potenzieller Cut bietet sich bei Josh Mauro an. Er zählt 2018 $3.3M gegen den Salary Cap, was nicht gerade günstig ist für einen Spieler, der bei weniger als einem Drittel aller Spielzüge auf dem Feld stand. Durch seine Entlassung würde man $2.8M an Cap Space einsparen.
Neue Coaches und somit neue Philosophie? Neues System? Es ist schwierig Prognosen abzugeben, was sich bei der Defensive Line diese Offseason so tun wird. Falls man einen Spieler dafür verpflichten möchte, könnten wir uns aber gut vorstellen, dass die Wahl dann aufgrund der früheren Vergangenheit in Carolina auf DT Star Lotulelei fällt.
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Mittwoch, 7. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - LINEBACKER


Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Chandler Jones / Cap '18: $15'500'000 / Vertrag bis 2022 (UFA)
Deone Bucannon / $8'718'000 / 2019 (UFA)
Haason Reddick / $3'063'174 / 2022 (UFA)
Markus Golden / $1'246'742 / 2019 (UFA)
Gabe Martin / $630'000 / 2019 (RFA)
Edmond Robinson / $630'000 / 2019 (UFA)
Scooby Wright / $630'000 / 2019 (RFA)
Bryson Albright / $555'000 / 2019 (ERFA)
Vontarrius Dora / $555'000 / 2019 (ERFA)
Karlos Dansby / Unrestricted Free Agent
Josh Bynes / Unrestricted Free Agent
Kareem Martin / Unrestricted Free Agent
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Die Linebacker der Cardinals sind ist eine der wenigen Positionen im Team, über die man sich momentan keine Sorgen machen muss. Chandler Jones gehört zu den besten Pass Rushern und registrierte die meisten Sacks (17) der vergangenen NFL Saison. Mit dem frühen Ausfall seines Gegenstücks auf der anderen Seite, Markus Golden, musste man eigentlich davon ausgehen, dass die gegnerische Offense sich dadurch mit Double Teams und dergleichen mehr auf Chandler Jones fokussieren kann, aber selbst das konnte ihn nicht bremsen.
Das liegt auch an der Tiefe auf der Position. Markus Golden konnte zwar nicht 1 zu 1 ersetzt werden aber der Leistungsabfall hielt sich in Grenzen. Grösstenteils lag das an Rookie Haason Reddick, der eigentlich als Inside Linebacker vorgesehen war. Er spielte zwar nicht so auffällig und hatte ab und an auch schwächere Szenen, im Grossen und Ganzen machte er aber einen guten Job.
Mit der Rückkehr von Markus Golden wird Haason Reddick in die Mitte rücken und wie ursprünglich angedacht als Inside Linebacker agieren. Zu wissen, dass er notfalls auch nach aussen rücken kann und vielseitig einsetzbar ist, macht ihn besonders wertvoll und wir freuen uns die weitere Entwicklung des First Round Picks 2017 mitverfolgen zu können.
Im Zentrum wird er neben einem weiteren First Round Pick spielen. Deone Bucannon verpasste den Start in die letzte Saison aufgrund einer Verletzung aber fand danach rasch wieder zu alter Stärke zurück. Von Seiten der Cardinals und deren neuen defensiven Trainern hörte man, dass sie sich Bucannon als Leader wünschen, dass er mehr Verantwortung übernehmen und "lauter" auftreten soll. Oder einfacher gesagt, er soll die Rolle von Karlos Dansby übernehmen.
Basierend darauf ist davon auszugehen, dass Karlos Dansby (UFA) nächste Saison nicht mehr bei den Cardinals angestellt sein wird. Es sei denn, Dansby und die Cardinals einigen sich auf einen Vertrag, bei dem der Linebacker auf Back-Up Level bezahlt wird. So wie man Dansby kennt, wird das aber kaum der Fall sein.
Die Cardinals haben dafür bereits durchblicken lassen, dass sie Josh Bynes und Kareem Martin gerne wieder unter Vertrag nehmen möchten. Besonders Josh Bynes konnte letzte Saison als kurzfristig verpflichteter Notnagel mit erstaunlich guten Leistungen überzeugen.
Bei den restlichen Spielern gilt selbes wie auf vielen anderen Positionen. Sie sind in der Regel jung und haben noch keine bis kaum Erfahrung sammeln können. Sie müssen sich in der Offseason, im Training Camp und in der Preseason beweisen und die Trainer von sich überzeugen, um einen Platz im 53-Mann Kader oder in der Practice Squad zu erhalten.
***Mit der Verpflichtung von Steve Wilks und Co. könnte auch ein Systemwechsel von 3-4 auf 4-3 Base Defense einhergehen. Noch gibt es dazu aber keine definitiven Informationen. Würde man auf eine 4-3 Defense wechseln, wären Jones und Golden beispielsweise keine OLB mehr, sondern Defensive Ends. Mit den vielen Sub-Packages, die heutzutage gespielt werden ist das aber sowieso nicht mehr so relevant und wir behandeln alle Spieler grundsätzlich einfach mal auf ihrer Position von letztem Jahr.***
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Notable Free Agents
Lamarr Houston (CHI)
Preston Brown (BUF)
Nigel Bradham (PHI)
Navorro Bowman (OAK)
Christian Jones (CHI)
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http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/all/linebacker/
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Es ist kein besonders gutes Jahr was den Free Agent Markt für Linebacker angeht. Es gibt zwar ein paar gute Spieler, herausrangende und/oder junge, vielversprechende Talente wird man dieses Jahr kaum finden. Gut für die Cardinals, dass sie auf dieser Position keinen Bedarf haben und wir erwarten somit auch keine Verpflichtung eines FA Linebackers.
Markus Golden und Deone Bucannon sind in einer sogenannten Contract Season, deren Verträge laufen also 2019 aus. Bei Markus Golden möchte man vermutlich abwarten, wie er von seiner Verletzung zurück kommt und bei Deone Bucannon möchte man sehen, ob er seiner neuen Rolle als Leader gerecht werden kann.
Eher vorstellbar ist, dass man diese Offseason noch mit Deone Bucannon verlängert. Er verdient knapp $9M und zählt mit gleichem Betrag gegen den Salary Cap. Durch eine vorzeitige Verlängerung könnte man nicht nur einen guten Spieler langfristig an sich binden, sondern könnte je nach Vertragsstruktur in einem Jahr wo nicht besonders viel Spielraum vorhanden ist, auch Bucannons diesjährige "Cap Number" senken. Entsprechend teurer wäre er dann nächste Saison aber im Moment hat man 2019 mehr als genug freien Cap Space (circa $100M). Wir wären nicht überrascht, wenn sowas in diese Richtung getan wird.
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Alle anderen Positionen folgen verteilt über die nächsten Tage und Wochen bis hin zum Start der Free Agency...

Dienstag, 6. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - CORNERBACK


Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Patrick Peterson / Cap '18: $14'956'965 / Vertrag bis 2021 (UFA)
Brandon Williams / $824'173 / 2020 (UFA)
Harlan Miller / $550'000 / 2019 (ERFA)
Louis Young / $550'000 / 2019 (ERFA)
Jarell Carter / $480'000 / 2019 (ERFA)
Jonathan Moxey / $480'000 / 2020 (ERFA)
Tramon Williams / Unrestricted Free Agent
Justin Bethel / Unrestricted Free Agent
Ronald Zamort / Exclusive Rights Free Agent
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Die Cardinals haben mit Patrick Peterson einen der besten Cornerbacks der NFL. Woche für Woche ist er dafür verantwortlich den gegnerischen Nummer Eins Receiver zu decken und aus dem Spiel zu nehmen, was ihm in der Regel auch gelingt. Er ist sehr gut und entsprechend teuer aber er ist jeden Dollar wert.
Oft denkt die gegnerische Offense gar nicht erst daran in seine Richtung zu werfen, selbst wenn man dadurch seinen besten Receiver aufgeben muss. Das wird durch folgende Statistiken untermauert: 2017 führte Patrick Peterson die NFL in "Coverage Snaps per Target" (11,1) und "Coverage Snaps per Reception" (29,7) an. Das heisst, dass nur alle 11 Spielzüge in seine Richtung geworfen wird und dass er pro 30 Snaps lediglich eine Reception zulässt.
Dass so wenige Bälle in Richtung Peterson fliegen hat leider auch damit zu tun, dass auf der gegenüberliegenden Cornerback Position eine der Schwachstellen unserer Defensive liegt. Die Cardinals haben schon viele Spieler ausprobiert aber den richtigen CB2 haben sie noch nicht gefunden. Justin Bethel war einst dafür vorgesehen und sollte sich nebst seinen herausragenden Special Teams Fähigkeiten auch als Cornerback etablieren. Dies ist ihm aber nie gelungen und die Wege werden sich wohl trennen.
Brandon Williams wurde 2016 in der dritten Runde gezogen aber konnte sich bisher auf der für ihn relativ neuen Position nicht beweisen. Im Moment muss er als Fehlgriff von Steve Keim angesehen werden. Eventuell steigert er sich noch aber damit sollte man aktuell nicht rechnen.
Es war der 35-jährige Tramon Williams, der etwa ab Mitte der Saison die Cornerback 2 Position besetzte und dabei einen guten Job machte. Mit ihm war man in der Secondary viel stabiler, was sich auf die gesamte Defensive auswirkte und gegen Ende der Saison für deutlich bessere und konstantere Leistungen sorgte. Sein fortgeschrittenes Alter machen ihn nicht zur Dauerlösung aber zu jemandem, den die Cardinals sehr gerne für 2018 unter Vertrag nehmen würden. Wir hoffen, dass sich beide Seiten einigen werden.
Über die restlichen Cornerbacks im aktuellen Kader muss man nicht viele Worte verlieren. Sie sind jung und haben noch keine bis wenig Spielerfahrung. Falls sich unter ihnen ein Rohdiamant befindet nehmen wir das natürlich gerne aber für sie alle geht es vorerst darum in der Offseason und im Training Camp zu überzeugen, um sich einen Platz im 53-Mann Kader zu ergattern.
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Notable Free Agents
Trumaine Johnson (LAR)
Malcolm Butler (NE)
E.J. Gaines (BUF)
Bashaud Breeland (WAS)
Prince Amukamara (CHI)
Morris Claiborne (NYJ)
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http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/cornerback/
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Gute Cornerbacks sind aufgrund der Entwicklung über die letzten fünf bis 10 Jahre mehr gefragt denn je und dementsprechend teuer. Sebst wenn die Cardinals auf dieser Position eigentlich Bedarf haben, wird es aus finanzieller Sicht kaum drin liegen einen der besseren Free Agents unter Vertrag zu nehmen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Cardinals CB Tramon Williams gerne re-signen würden. Er wäre eine relativ preiswerte Zwischenlösung.
Die diesjährige Cornerback Klasse im Draft ist sehr vielversprechend und tief. Hinter ein, zwei Topspielern gibt es viele verheissungsvolle Talente, die am zweiten Tag des Drafts zur Auswahl stehen sollten. Wir glauben, dass auch die Cardinals an Tag 2, also in den Runden 2 oder 3, zuschlagen werden.
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Seid ihr mit unseren Ansichten und Prognosen einverstanden? Wo seid ihr anderer Meinung und was wünscht ihr euch für diese Position im Hinblick auf die Free Agency?
Alle anderen Positionen folgen verteilt über die nächsten Tage und Wochen bis hin zum Start der Free Agency...

Samstag, 3. März 2018

FREE AGENCY PREVIEW - RUNNING BACK


Bis zum Start des neuen Ligajahres und der Free Agency am 14. März, werfen wir einen Blick auf das Kader der Arizona Cardinals. Das machen wir in einer Reihe von Beiträgen, in welchen wir jeweils eine Position näher betrachten.
Wie sieht es im Moment aus? Könnten wir (wichtige) Spieler verlieren? Sollten die Cardinals nach Verstärkungen schauen? Was wünschen wir uns und was können wir realistischerweise erwarten?
Free Agency und der Draft Ende April hängen natürlich gewissermassen zusammen. Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesen Beiträgen aber lediglich auf die Free Agency. Den Draft lassen wir aussen vor, natürlich werden wir zu gegebener Zeit auch darauf eingehen.
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Adrian Peterson / Cap '18: $2'881'250 / Vertrag bis 2019 (UFA)
David Johnson / $2'064'844 / 2019 (UFA)
Bronson Hill / $630'000 / 2019 (RFA)
T.J. Logan / $530'484 / 2021 (UFA)
Darius Victor / $480'000 / 2019 (ERFA)
Kerwynn Williams / Unrestricted Free Agent
Elijhaa Penny / Exclusive Rights Free Agent
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Als sich David Johnson im ersten Spiel der Saison bei den Detroit Lions verletzte (gebrochenes Handgelenk) war allen klar, dass das ein herber Verlust für das Team ist. Wie sehr man die Allzweckwaffe aber vermissen würde, zeigte sich dann in den nächsten Spielen.
Ohne David Johnson fehlte nicht nur einer der besten Running Backs der NFL, es fehlte auch die für sogenannte "Missmatches" sorgende Gefahr eines Receivers aus dem Backfield. Das ist es nämlich, was David Johnson so speziell macht, er ist nicht nur ein Running Back, der ab und zu auch mal Pässe fängt, er ist ein "echter" Wide Receiver, der vielen etablierten Stars auf dieser Position in Sachen "Route Running" in nichts nachsteht.
Wenn es gegen Ende 2017 noch um etwas gegangen wäre, hätte David Johnson vermutlich spielen können. Dem war aber leider nicht der Fall. Seine Verletzung ist komplett auskuriert und wir freuen uns bereits David Johnson im Herbst wieder in Aktion zu sehen.
Die Cardinals haben bereits verlauten lassen, dass sie Adrian Peterson demnächst entlassen werden. Er konnte zwar zeigen, dass er noch Gas im Tank hat, verletzte sich dann leider und beendete die Saison ebenfalls auf IR. Mit der Rückkehr von David Johnson hat man für ihn keinen Bedarf mehr und kann durch seine Entlassung $2.1M Cap Space frei machen.
T.J. Logan war ebenfalls aufgrund einer Verletzung, ebenfalls aufgrund eines gebrochenen Handgelenks, ausser gefecht. Über den Rookie hörte man nur positives und im Training Camp eroberte er sogleich die Position des Kick- und Puntreturners. Leider verletzte er sich im ersten Preseason Spiel und konnte sein Können noch nicht in einem Spiel zeigen. Wenn er aber dort weitermachen kann, wo er verletzungsbedingt aufgehört hat, kann er zu einem guten Back-Up Running Back und bei den Special Teams zum Return Guy werden.
Die beiden Running Backs Kerwynn Williams und Elijhaa Penny kamen letzte Saison vermehrt zum Einsatz und nutzten ihre Chancen. Wenn sie gebraucht wurden waren sie zur Stelle und zeigten, dass sie auf NFL Niveau mithalten können. Vermutlich nie als Starter aber jedes Team braucht bekanntlich mehr als nur einen Running Back. So auch die Cardinals und sie würden wohl beide gerne behalten. Bei Elijhaa Penny (ERFA) dürfte das kein Problem sein, bei Kerwynn Williams (UFA) wird man sich vermutlich auf einen für beide Seiten passenden Vertrag einigen können.
Bronson Hill und Darius Victor werden die meisten Fans nicht kennen, denn gehört oder gesehen hat man von beiden noch nichts. Sie werden im Training Camp glänzen müssen und kämpfen am Ende des Rosters um einen Platz im 53-Mann Kader oder auf der Practice Squad.
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Notable Free Agents
Le'Veon Bell (PIT)
Isaiah Crowell (CLE)
Dion Lewis (NE)
Carlos Hyde (SF)
LeGarrette Blount (PHI)
Doug Martin (TB)
...
http://www.spotrac.com/nfl/free-agents/all/running-back/
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Die Position des Running Backs wird momentan von talentiertem Nachwuchs aus dem College überflutet. Das führt zu einem Überangebot und drückt die Preise. Etwas übertrieben gesagt: Running Backs gibt es momentan wie Sand am Meer. Schlecht für die Spieler, gut für die Teams.
Wie überall gibt es auch hier ein paar Ausnahmen, die aus der Masse herausstechen. Dazu gehört David Johnson und dazu gehört auch Le'Veon Bell. Man kann davon ausgehen, dass die Pittsburgh Steelers sich mit ihm auf einen Vertrag einigen oder ihn erneut mit dem Franchise Tag belegen werden.
Wir glauben nicht, dass die Cardinals auf dieser Position gross aktiv werden. Man hat David Johnson und wird eher ihn mit einem neuen, seinen Leistungen entsprechenden Vertrag belohnen, als dass man sich einen (für Running Backs) teuren Back-Up leistet. Zu gross sind die Probleme auf anderen Positionen. Um diese zu lösen braucht man jeden Dollar Cap Space, der anderswo eingespart werden kann.
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Seid ihr mit unseren Ansichten und Prognosen einverstanden? Wo seid ihr anderer Meinung und was wünscht ihr euch für diese Position im Hinblick auf die Free Agency?
Alle anderen Positionen folgen verteilt über die nächsten Tage und Wochen bis hin zum Start der Free Agency...

Freitag, 2. März 2018

UNDERWEAR OLYMPICS


Wenn sich junge, sportliche und durchtrainierte Männer in Unterwäsche den Scouts, Trainern und General Managern aller 32 NFL Teams präsentieren, dann ist der (oder die) NFL Scouting Combine im Gange. Oder die "Underwear Olympics", wie dieses jährliche Event Ende Februar bei den Amerikanern auch genannt wird.

Ehemalige College-Spieler, die für gut genug befunden und eingeladen wurden, versuchen sich in diversen mehr oder weniger relevanten Disziplinen von ihren Kontrahenten abzusetzen und bei den Entscheidungsträgern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Aber inwiefern hat der Scouting Combine überhaupt Einfluss darauf, wie früh oder spät ein Spieler Ende April im Draft seinen Namen hört?

Auch dieser NFL Anlass in Indianapolis hat eine Entwicklung genommen, wie sie vor 20 Jahren wohl kaum für möglich gehalten wurde. Ähnlich dem NFL Draft an sich oder dem NFL Media Day in der Woche vor dem Super Bowl, hat sich der Scouting Combine zu einem absoluten Event verwandelt und als NFL Interessierter kommt man nicht mehr um ihn herum. Fans können selbst für das Bankdrücken Tickets erwerben und live dabei sein, wenn sich die Talente abmühen die 225 Pfund möglichst oft zu heben. Selbstverständlich kann das ganze Geschehen auch live auf NFL Network und online via Stream mitverfolgt werden.

Dieser Zugang zu einem einst intimen, der breiten Öffentlichkeit vorenthaltenen Event, führt zu einer Schwemme an Meinungen und Beurteilungen bis ins kleinste Detail. Dazu noch der Hype und die mediale Aufmachung, wie wir sie von den Amerikanern zugleich lieben und hassen, verleihen diesem Schaulaufen der vielversprechendsten, künftigen Pferde im NFL-Stall den Anschein, als gäbe es nichts wichtigeres.



Dem ist aber bei weitem nicht so. Der Scouting Combine ist lediglich ein Puzzleteil im Profil eines Spielers. Die Leistungen in den einzelnen Übungen (40 Yard Dash, Bench Press, Vertical Jump, Broad Jump, 3 Cone Drill, Shuttle Run und positionsbezogene Drills) dienen in aller Regel dazu, das auf dem College Tape gesehene zu bestätigen. Nicht mehr und nicht weniger.

Klar gibt es Ausnahmen, wenn ein Spieler wie John Ross einen neuen Rekord im 40 Yard Dash aufstellt oder ein anderer den Bench Press Rekord bricht, zieht er die Aufmerksamkeit der Scouts auf sich. Wenn zwei Spieler ähnlich eingeschätzt werden, kann eine bessere Leistung am Scouting Combine auch den Unterschied für die frühere Selektion im Draft ausmachen. Für die überwiegende Mehrheit geht es in den Übungen aber einfach darum, zu zeigen, dass man dazugehört und nicht negativ aufzufallen.

Auch wenn ein Spieler wie dieses Jahr Sam Darnold (QB, USC) oder in früheren Jahren etliche andere, beispielsweise Andrew Luck, sich dazu entscheiden, an gewissen Übungen nicht teilzunehmen, sollte man das nicht überbewerten. Keiner wird dazu gezwungen und um seine Wurfqualitäten zu demonstrieren gibt es für Sam Darnold ja auch noch den Pro Day (Workout am eigenen College in Anwesenheit von NFL Scouts) oder der Verweis auf Tapes der College Spiele.

Ein paar unangenehme Fragen diesbezüglich wird Sam Darnold in den privaten Interviews mit den Teams aber beantworten müssen. Ob er nicht kompetitiv sei, ob er vor dem direkten Vergleich mit anderen Quarterbacks angst habe und ähnliches. Bestimmt ist er auf diese bestens vorbereitet.

Und damit sind wir beim wichtigsten und uns vorenthaltenen Teil des Scouting Combines: Den Interviews. Die Gespräche mit den einzelnen Teams können ausschlaggebend sein, wenn es für diese darum geht, ob sie bei einem Spieler auch vom mentalen und charakterlichen Aspekt vollends überzeugt sind, bevor sie Millionen in ihn investieren.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist der eigentliche Grund, warum der Scouting Combine einst ins Leben gerufen wurde. Um Geld und Zeit zu sparen hat man sich nämlich auf einen Ort geeinigt, an dem gleich alle Spieler für alle Teams medizinisch Untersucht werden können. 

Die medizinischen Tests und die Interviews sind es, welche für die Teams von grösstem Interesse sind. Die sportlichen Leistungen auf dem Feld haben ihren Einfluss, sind aber eher Beigemüse.

Das heisst nicht, dass wir als Fans nicht unseren Spass beim Verfolgen des Geschehens haben dürfen und den Scouting Combine links liegen lassen müssen. Was wir zu sehen bekommen ist durchaus unterhaltsam, teils spektakulär und kann zu einigen interessanten Diskussionen führen.

Auch ich werde einschalten und gespannt zuschauen, wenn die Quarterbacks ihre Pässe werfen, wenn die Running Backs ihre Cuts machen, wenn die Wide Receiver Bälle fangen, wenn die Linemen "komisch" herumlaufen und die Defensive Backs ihre Wendigkeit zur Schau stellen.

Selbst im steten Bewusstsein um die geringe Bedeutung und dem richtigen Einordnen der Geschehnisse ist das für mich spannend und aufregend. Denn auch wenn es an richtigen Football nicht herankommt, schlägt es die Alternative dazu, die nämlich gar nichts wäre.

In diesem Sinne, viel Spass beim Verfolgen der Underwear Olympics.

Campbell - Das "Corner-Projekt" für Steve Wilks

CHRISTIAN CAMPBELL, Cornerback, Penn State Runde 6, Pick 182 Alter / 22 Jahre Geburtsort / Phenix City, Alabama Grösse / 1.85m Gewic...